Sowohl im Sport als auch im Alltag gibt es eine Reihe von Verletzungen die nicht zu vermeiden sind. Mit Hilfe von regelmäßigem propriozeptivem Training können jedoch viele Verletzungen des Bewegungsapparates (Knie-, Hüft-, Sprunggelenke usw.) vermieden werden. Instabile Plattformen (z.B. physio.board), insbesondere solche deren Schwierigkeitsgrad den individuellen Fähigkeiten angepasst werden kann, eignen sich besonders gut für solch ein Training.

Während für die Behandlung von Verletzungen sehr viel Geld ausgegeben werden muss, wird die Prävention oftmals vernachlässigt, obwohl es volkswirtschaftlich gesehen sinnvoller wäre, mehr in die Prävention von Verletzungen und Krankheiten zu investieren.

 

Abgesehen von wirtschaftlichen Gründen gibt es noch eine Reihe weiterer Gründe, die für ein präventives Training sprechen, wie:

  • vermindertes Leid

  • kleinere Wiederverletzungsanfälligkeit

  • Vermeidung von Sportinvalidität

  • kein Arbeitsausfall usw.

im Leistungssport:

  • keine Trainingsunterbrechung

  • keine Umstellungsprobleme bei Mannschaftssportarten aufgrund verletzter Spieler

Im Sport gehören Verletzungen der unteren Extremität zu den häufigsten Verletzungen. Gerade diese können (z.B. bei Kreuz- oder Seitenbandrissen, Sprunggelenksverletzungen usw.) zu sehr langen Trainings- und Wettkampfpausen führen und auf diese Weise die Spielstärke einer Mannschaft deutlich beeinträchtigen. Eine Kreuzbandverletzung kann für den betroffenen Sportler eventuell sogar das Ende seiner Wettkampfkarriere bedeuten. Außerdem können schwere Verletzungen oder auch wiederholte leichte Verletzungen die Entstehung degenerativer Veränderungen eines Gelenkes begünstigen.

Aus diesen Gründen muss die Vermeidung sportbedingter Verletzungen oberstes Ziel von Trainern, Physiotherapeuten und Sportärzten sein.

Neben dem Bewegungsapparat kann mithilfe von Gleichgewichtsübungen aber auch der Stützapparat gestärkt werden, was wiederum Haltungsschäden und Rückenschmerzen vorbeugt.

Da Stürze für ältere Menschen oft schwerwiegende Verletzungen wie Oberschenkelhalsbrüche oder dergleichen verursachen können, sollten auch ältere Menschen Gleichgewichtsübungen absolvieren, da diese die Sturzgefahr nachgewiesen signifikant verringern.

 

Wirkung von präventivem Training

Neuromuskuläres Training bewirkt einerseits die Verbesserung der propriozeptiven Fähigkeiten und hilft andererseits Bewegungsmuster, welche eine bessere dynamische Gelenkskontrolle ermöglichen, einzuüben. Propriozeptive Übungen fördern die Entwicklung von Reflexen, die das Gelenk schneller und effektiver stabilisieren als bewusste Muskelbewegungen die den afferent-efferenten Weg über das Gehirn nehmen müssen. Die bewusste Muskelreaktion ist zu langsam, um die auftretenden hohen Bodenreaktionskräfte, die etwa beim Springen, Landen usw. auftreten, entsprechend aufnehmen zu können.

 

Folgende kurz zusammengefassten wissenschaftlichen Studien belegen die Sinnhaftigkeit von präventivem Training:

Prävention von Verletzungen der unteren Extremität im Handball: Erste Ergebnisse des Kieler Handball-Verletzungs-Präventionsprogrammes.

Prävention von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes im Fußball.

Propriorezeptives Training bei Distorsionen des oberen Sprunggelenkes als Beitrag zur Sekundärprophylaxe und früheren Wiedereingliederung.

Randomisierte Studie über Sturzprävention bei älteren Leuten, die in ihren eigenen Häusern wohnen.

weitere Studien

Anwendungen