Testreihe über die Fähigkeit das Gleichgewicht nach Bänderdehnungen im Sprunggelenk zu halten

 

Das Ziel dieser Studie war herauszufinden, wie sich die Fähigkeit das Gleichgewicht im Einbeinstand zu halten, in den ersten 4 Wochen nach einer Überdehnung der lateralen Bänder im Sprunggelenk verändert. Solche Verletzungen des Sprunggelenkes gehören zu den häufigsten Sportverletzungen, wobei es bei 80% der Patienten zu mindestens einer Wiederholung der Verletzung kommt. Grund dafür ist eine erhöhte Instabilität des Knöchels nach einer Überdehnung der Bänder. Diese Instabilität wiederum wirkt sich negativ auf die Fähigkeit das Gleichgewicht zu halten aus.

Untersucht wurden 17 junge Personen wobei 13 Personen leichte und 4 Personen mittelschwere Überdehnungen der lateralen Bänder im Sprunggelenk aufwiesen. Ist nur ein Band betroffen, spricht man von einer leichten Überdehnung, sind 2 Bänder überdehnt, handelt es sich um eine mittelschwere Überdehnung. Alle Probanden wurden einem Rehabilitationsprogramm unterzogen, welches vor allem Kräftigung und Gleichgewichtstraining beinhaltete.

Die Testreihen wurden auf einer Kraftmessplatte durchgeführt, welche 3 Kraft- (Fx, Fy, Fz) und 3 Momentenwerte (Mx, My, Mz) bestimmen konnte. Die Probanden mussten 5 Sekunden lang barfuss auf der Platte stehen, ohne, dass das entlastete Bein das Standbein berühren durfte. Falls doch eine Berührung auftrat, wurde der Versuch abgebrochen und wiederholt. Insgesamt musste jede Person 6 Durchgänge durchlaufen, 3 auf dem linken und 3 auf dem rechten Bein. Die gleiche Testserie wurde nach 2 bzw. 4 Wochen nochmals wiederholt.

Anhand der Kraft- und Momentendaten konnten die Bodenreaktionskräfte in der Frontal- und Sagitalebene berechnet werden, welche Eingangsgrößen für weitere Berechnungen waren. Anhand dieser weiterführenden Berechnungen konnte man Aussagen über die Güte der Fähigkeit das Gleichgewicht zu halten treffen.

 

Ergebnis

Anhand der Datenanalyse zeigt sich, dass in den ersten beiden Wochen nach der Verletzung eine signifikante Beeinträchtigung im Gleichgewichtsverhalten beim Einbeinstand auf dem verletzten Bein vorhanden ist. Nach vierwöchigem Training konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Einbeinständen auf dem verletzten bzw. unverletzten Bein mehr festgestellt werden. Außerdem kam es während des Trainings zu einer ständigen Verbesserung des Gleichgewichtverhaltens im Einbeinstand, sowohl beim Stand auf dem verletzten als auch auf dem unverletzten Bein.

 

Quelle:

Hertel J., Buckley W. E., Denegar C. R.: Serial testing of postural control after acute lateral ankle sprain. JOURNAL OF ATHLETIC TRAINING. 36, 2001, 4, S. 363 - 368.

 

Eine Studie von Tropp, Ekstrand und Gilquist zeigt, dass Sportler mit funktioneller Instabilität des Sprunggelenkes ein höheres Risiko haben, sich eine weitere Verletzung des Sprunggelenkes zuzuziehen. Die Verifikation der Instabilität wurde dabei mit Hilfe einer Kraftmessplatte durchgeführt.

 

Quelle:

Tropp H., Ekstrand J., Gilquist J.: Stabilometry in functional instability of the ankle and its value in predicting injury. MEDICINE AND SCIENCE IN SPORTS AND EXERCISE. 1984, Vol.16, No.1, S. 64 – 66.

 

Studie:

Rehabilitation nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes.

Anwendungen